
1991 Wolff geht
Kommentar "die WELT"

Bm. -Manche nennen ihn einen alten Hasen,
doch eigentlich ist er ein charmanter Bär. Karl-Ernst Wolff geht. Seit mehr als 20 Jahren
ist er anerkannter Managementberater, dessen Ehrlichkeit so weit ging, dass er Klienten
sagte, er könne nicht besorgen, was sie sich wünschten.Wolff geht, weil er einen runden Geburtstag
feiert. Er schreibt zwar, dass er das "Altenteil" zu pflegen gedenke. Doch
wenn man weiss, dass er nach wie vor Mitglied der Canadian German Chamber of Industry Inc.
in Toronto ist und auch als "Official Partner" des Bundesverbandes deutscher
Unternehmensberater BDU und seiner Mitglieder in Kanada am Mann und am Objekt bleibt, dann
bedarf es keiner Frage mehr, von wo man bald von ihm hören wird: aus Kanada, seinem
,,Altenteil".
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| In einem Brief, der wie Abschied klingt, aber keiner ist,
schreibt er: ,,Künftig werde ich in meinem Wahlland Kanada ohne Krawatte herumlaufen,
Forellen und Lachse fischen und bei günstigem Wind segeln . . ." Fischen und Segeln,
das war auch schon seine berufliche Profession hier in Deutschland. Denn was ist es sonst
als "Fischen", wenn er den richtigen Mann für den richtigen Platz
"organisierte"? Was ist es anderes als "Segeln", wenn er mit dem
sensiblen Finger im Wind einen neuen Kurs ermittelte, um ein in den Calmen dümpelndes
Unternehmen wieder auf Fahrt zu bringen? Junge Berufstätige können von Karl-Ernst Wolff lernen, der sich
selbst einen "positiven Menschen" nennt, was nichts anderes heisst, als dass er
auch nach Nackenschlägen mit erhobenem Haupt daherkam, wobei ihm sicher sein Humor und
die Erfahrung halfen, dass nichts so heiss gegessen wird, wie man es kocht.
Aus seinen Zeilen wird deutlich, was
er meint: "Mir hat meine Arbeit ausserordentlich viel Freude gemacht. Nichts
motiviert mehr als der Erfolg. Und ich bin wohl einer der wenigen Glücklichen, die für
ihr Hobby auch noch Geld (Honorar) bekommen haben." Für junge Berufstätige und
Einsteiger lässt sich solche Lebenserfahrung leicht übersetzen: Konzentriert euch auf
das, was ihr von Herzen gern macht.
So geht er denn "zum Fischen und Segeln". Fragt
sich im Sinne des Arbeitsmarktes und des Berufsstandes, warum so taffe Leute immer gerade
dann gehen, wenn sie es so richtig können.
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